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| Mein Leben mit den EAGLES 1974-2001: Durch Himmel und Hölle
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A Rock-Life
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Mein Leben mit den EAGLES 1974-2001: Durch Himmel und Hölle (Gebundene Ausgabe) "Oh well, it's been a good day in hell...."
......der Refrain des EAGLES-Songs zu dem Donald William "Don" Felder 1974 erstmals seinen (Silde)Gitarre-Beitrag leistete und dafür von Glenn Frey den Spitznamen "Fingers" bekam und als Reinkarnation von Duane Allman (1946-1971) bezeichnet wurde, sollte sich als Omen erweisen....
Einen breiten Raum nimmt Felders Familiengeschichte ein. Als zweiter Sohn eines deutschstämmigen Arbeiters wuchs er in finanziell ärmlichen Verhältnissen in Gainsville/FL auf. Anders als viele Musiker in der 60er Jahren folgte er nicht dem Ruf nach Kalifornien, sondern blieb an der Ostküste und heiratete seine Jugendliebe. Schließlich übersiedelte er doch noch in den gelobten Sonnenstaat und befand sich als Adler schließlich mehr "On the Road" und in Aufnahmestudios als bei seiner Familie. Felder beschreibt sehr plastisch seine Einsamkeit im exzessiven Leben seiner Bandkollegen. Obwohl er das Leben als Rockstars genoss und auch den damit verbundenen Verlockungen nicht immer widerstehen konnte, bildetenen für ihn seine Ehefrau und vier Kinder stets den Mittelpunkt. So erhebt Felder bezüglich Hotelzimmer, Groupies und Drogen keinerlei Klagen, dass er zu kurz gekommen sei...
Erst mit Kapitel 7 beginnt die Geschichte der Band und der Werdegang der Gründungsmitglieder, ihre musikalischen Vorbilder, frühere Gruppenmitgliedschaften, Kumpels, Spitznamen usw. Felders Feststellungen beim ersten Zusammentreffen in Boston (1972), wonach die Band keinen Chef besitzt und lediglich Frey sich zutraut, die Bühnenansagen zu machen, weist die vier Ur-EAGLES als einen Bund gleichberechtigter, junger Musiker aus. Auch Felders Bekenntnis, dass er seine späteren Kollegen persönlich mehr mochte, als musikalisch (weil sie ihm zu country-orientiert waren), zeigt die anfängliche gute zwischenmenschlische Chemie. Doch die Zeiten und die Personen änderten sich, denn als Songwriterduo fühlten sich Frey/Henley wie die neuen Lennon/Mc Cartney. Nichts was die anderen drei Adler schrieben hatten, war ihnen von vorneherein gut genug. Hier musste eine Note, dort ein Ton geändert werden, was dann meistens die Co-Autoreneigenschaft einbrachte. Zudem sang sich der Drummer Henley immer mehr in den Vordergrund. Die Gruppe entwickelte sich zu einer von Henley und Frey dominierten Duokratie, der sich auch die neumitglieder Walsh und Schmit unterzuordnen hatten. Neben musikalischen und menschlichen Differenzen führten Egomanien schließlich zum Split im Jahre 1980. Trotz allem gab es schließlich mit dem zu erzielenden finanziellen Gewinn einen Grund, dass im Jahre 1994 die "Hölle gefror" und die Band erneut zusammenkam. Die Claims wurden jedoch neu gesteckt. Wurde Felder z. B. auf dem 1977er Album für den Megahit "Hotel California" noch als Erster und damit als Hauptautor genannt, rückte er hierfür in der Version von "Hell Freezes Over" hinter Henley und Frey an die dritte Stelle. Anders als Leadon (1975) und Meisner (1977) hat Felder jedoch nicht gekündigt, sondern wurde, weil er als gleichberechtigter Partner der bereits 1973 geründeten Gesellschaft "Eagles Limited" einige unangenehme Fragen stellte, von den als "Göttern" bezeichneten Frey/Henley schlichtweg als Störenfried gefeuert...
Einen besonderen Reiz bieten Fakten aus der Rockgeschichte. So brachte "Fingers" dem drei Jahre jüngeren, ebenfalls aus Gainsville/FL stammenden Tom Petty das Gitarrespielen bei, während er selbst das Bottleneckspiel von Duane Allman erlernte. Zu seinen frühen Freunden zählte Stephen Stills, mit dem er 1961 in einer Band namens "Continentals" zusammenspielte. Seinen späteren EAGLES-Kollegen Bernie Leadon lernte er bereits 1963 kennen und spielte mit ihm im "Maundy Quintett". 1973 gab es in Denver ein Konzert bei dem "Crosby Still Nash & Felder" zusamenspielten. Bei der California Jam am 06.04.1974 vor 300.000 Zuschauern sprang Jackson Browne als Ersatz bei den EAGLES für Felder ein, weil dieser bei der Geburt seines ersten Sohnes Jesse dabei war. Daneben gibt es zahlreiche Anektoden, z. B. wie Felder seinem Idol B. B. die Hand drücken durfte, wie der dies bei Chet Atkin versäumte oder als er und Leadon von ihren Freundinnen mit zwei "Langhaarigen" in einem Imbiss "erwischt" wurden, die sich beim Herumdrehen als "Allman Brothers" entpuppten....
"Mein Leben mit den EAGLES 1974-2001: Durch Himmel und Hölle" ist ein hochinformtives und emotional packendes Zeitdokument der Rockgeschichte. Besondere Bonbons sind Fotostrecken (u. a. mit allen 7 EAGLES bei ihrer Aufnahme in die "Rock & Roll Hall Of Fame" am 12.01.1998) und dem "Who is Who" im Rockbussiness im Form eines abschließenden, achseitigen Personenindex.
Soweit nicht Cameron Crowes Film "Almost Famous" (1980) eingeflossen, ruft das spannende Thema förmlich nach einer Verfilmung mit einem gigantischen Soundtrack. Hierzu müsste "der Eine oder der Andere" noch (finanziell) überzeugt werden....
5 Amazonsterne!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 13. Dezember 2009 | | |
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