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Preziosen
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Die CD wurde 2006 eingespielt, da war Tal Wilkenfeld 20 Jahre alt, 2007 erschien sie in den USA, und seitdem kann, wer Ohren hat zu hören, wissen, dass die Lady nicht nur den Blues hat (okay, den vielleicht auch), sondern vor allem, mit Verlaub: Eier. Und das beste, was man über ihr Debut sagen kann, ist, dass man überhaupt nichts darüber wissen muss - nicht, dass sie eine Frau ist; nicht, dass sie da erst 20 war - man muss noch nicht mal wissen, dass hier eine Bassistin die grandios aufspielende Band leitet, um diese CD einfach nur geil zu finden, weil Tal ihre Fähigkeiten zwar klug präsentiert, es aber offenbar nicht nötig hat, sie ständig auszustellen. Was an den Stücken liegen muss, die ihre beste Visitenkarte sind: Sieben Preziosen mit Grooves der Extraklasse treffen auf mitreißend arrangiertes Esemblespiel, und wer da nicht mit den Hüften wippt, der hat keine. Die ersten beiden Stücke blasen dich vom Stuhl, dann wird es kurz mal ruhiger, Jaco Pastorius lässt hier und da recht deutlich grüßen, dann wird es wieder lebhafter, Marcus-Millernder (aber erfreulicherweise ohne Dauergeslappe), und wenn die CD nach sieben Stücken (von denen Tal sechs komponiert sowie alle arrangiert und produziert hat) zu Ende ist, lässt man sie am besten gleich im Player und fängt von vorne an. Und ab geht die Post, erneut, Steps Ahead treffen auf Mike Stern mit Dave Weckl an den Drums, so scheint es im ersten Moment - aber halt, nein, ist doch alles ganz anders: Tal Wilkenfeld, nämlich, ist das, samt famoser Band - und diese Scheibe kommt bei mir in die Dauerrotation!
Eine Rezension von Robert Fischer > Muenchen, Germany
vom 14. April 2010 |